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Um diese Frage gleich vorweg zu beantworten: Nein, das müssen sie schon lange nicht mehr.

Noch vor ein paar Jahren sah die Situation aber ganz anders aus: Zuerst wurde man als Vegetarier vom Kellner schief angeschaut. Und dann konnte man nur aus einem geringen Angebot von Beilagen bestellen.

Auch wir als Köche und Restaurantleiter mussten uns erst an den Trend der vegetarischen Küche gewöhnen. Speisekarten wurden um neue Gerichte erweitert. Ausgefallene Rezepte wurden ausprobiert. Doch tatsächlich finden sich in der Tiroler Traditionsküche zahlreiche fleischlose Rezepte.

Sie müssen aber nicht gleich Vegetarier sein, um gerne fleischlos zu essen. Ich konnte in den letzten Jahren in meinem Restaurant den Trend beobachten, dass immer mehr „Fleischfresser“ auch hie und da die vegetarische Küche bevorzugen.

In diesem Beitrag verrate ich Ihnen, warum das so ist. Außerdem erfahren Sie, welche fleischlosen Gerichte sich in der Tiroler Traditionsküche verstecken.

Woher kommt der Trend zum vegetarischen Essen?

Das ist relativ einfach erklärt: In vergangenen Jahrzehnten wurde wenig auf die Ernährung geachtet. Hochwertige Lebensmittel waren für einen Großteil der Bevölkerung eher unwichtig.

Die Qualität von Lebensmittel aus der Massenproduktion wirkte sich negativ auf unsere Gesundheit aus.

Das Ergebnis: Unsere Gesellschaft ist befallen von Unverträglichkeiten und Allergien.

Heute hat in diesem Bereich ein Umdenken eingesetzt. Menschen setzen sich bewusster mit ihrer Ernährung auseinanderzusetzen.

Sich vegetarisch oder fleischarm zu ernähren ist eine direkte Folge dieses Gesundheits-Trends.

Doch wussten Sie, dass viele Tiroler Traditionsrezepte, die seit vielen Generationen auf den Teller kommen, von Haus aus kein Fleisch enthalten?

Die vegetarischen Tiroler

Denken Sie schnell an drei typische Gerichte aus der Tiroler Küche…

Und nun denken Sie schnell an typische Tiroler Gerichte ohne Fleisch…

Gibt es Überschneidungen?

Ich traue mich behaupten, dass Ihnen Kaspressknödel, Kasspatzln und Schlutzkrapfen in den Sinn gekommen sind – zumindest eines der drei gerichte. Denn diese gehören zur Tiroler Küche, ebenso wie Bauernbratl und Gröstl.

Trotzdem war der Trend zum Felischlosen (und ist es teilweise noch immer) für einige Gastwirte und Restaurant-Betreiber eine große Umstellung. Denn die vegetarischen Esser möchten auch ein vernünftiges Angebot bekommen. Natürlich, möchte sich niemand auf Dauer mit einer Gemüseplatte auf der lieblos ein Spiegelei liegt abspeisen lassen.

Doch das bedeutet auch, einen gewissen Aufwand zu betreiben. Wir haben es da relativ einfach. Als Traditionsbetieb gehörten Schlutzkrapfen, Kaspressknödel & Co. schon seit jeher auf unsere Speisekarte.

Ein Kaspressknödel geht fast immer

Ein Kaspressknödel ist ein denkbar schlichtes Essen. Einfach einen Knödel formen aus altem Brot, Eiern, Käse und ein paar Gewürzen. Den in der Pfanne anbraten und fertig.

Trotz – oder vielleicht dank – seiner Schlichtheit ist der Kaspressknödel sehr vielseitig einsetzbar:

  • Sie können Ihn als Vorspeise in einer Suppe essen.
  • Als Zwischenmahlzeit mit frischem Salat.
  • Oder als deftige Hauptmahlzeit mit warmem Kraut.

So essen die Tiroler den Klassiker: Kasspatzln

Die Kasspatzln gelten als der Klassiker in der Tiroler Küche. Auch über die Grenzen Tirols hinaus, sind sie auf vielen Tischen und in zahlreichen Speisekarten in Österreich zu finden.

Aber so richtig schmecken sie halt nur mit einem würzigen Tiroler Bergkäse. Die Röstzwiebel oben drauf dürfen natürlich auf nicht fehlen. Außerdem sollten die Kasspatzln in einem kleinen Pfandl direkt aus dem Ofen serviert werden. Der Käse muss noch richtig blubbern, wenn die Spatzln am Tisch landen.

Und ein kleiner Tipp von mir: Lassen Sie sich nicht von der Größe der Portionen täuschen. Oft sehen diese klein aus, trotzdem sind Kasspatzln ein sehr ergiebiges Essen und machen schnell satt.

Schlutzkrapfen von Hand gemacht

Schlutzkrapfen sind eines der aufwendigsten Tiroler Traditionsgerichte.

Sie werden dieses Gericht nicht in jedem 0-8-15-Resaturant auf der Speisekarte finden. Als langjähriger Küchenchef kenne ich den Aufwand, der hinter der Zubereitung der Schlutzkrapfen steckt. Jeder einzelne muss per Hand gefüllt und sorgfältig verschlossen werden. Und das gibt viel Arbeit, die sich nicht gleich jeder Koch oder Gastwirt antun möchte.

Auch über die Füllung lässt sich streiten. Manche Tiroler meinen die echten Schlutzkrapfen müssen eine Graukas-Kartoffel-Füllung haben. Im Restaurant vom Speckbacher Hof bereiten wir aber zusätzlich Schlutzkrapfen mit Spinatfüllung zu. Unseren Gäste freuen sich immer wieder über die Abwechslung.

Saisonale Besonderheiten beachten

Natürlich soll aber auch für vegetarische Gäste ein saisonales Angebot geschaffen werden. Dafür passen zum Beispiel verschiedene Pasta-Gerichte. Im Herbst mit Pilzen oder Kürbis aus der Umgebung. Im Frühling mit frischem Gemüse von lokalen Bauern. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Vegetarische Gerichte dürfen in keiner Speisekarte fehlen

Es gibt viele Möglichkeiten eine interessante vegetarische Speisekarte zu gestalten. Dabei muss aber nicht die Welt neu erfunden werden. Schon in der Tiroler Traditionsküche finden sich zahlreiche Rezepte, die ohne Fleisch zubereitet werden. Diese ergänzt mit saisonalen Besonderheiten bieten eine abwechslungsreiche Speisekarte für alle.

Im Restaurant vom Speckbacher Hof ist es uns außerdem wichtig, dass die Zutaten frisch und regional sind. So können wir mit dem Trend zur gesunden Küche gehen. Wir unterstützen so unsere Gäste bei einer bewussten Ernährung.

Herzlich,
Andreas Hofmann

Haben Sie Lust bekommen unsere vegetarischen Gerichte zu kosten? Klicken Sie auf den folgenden Link, oder den Button unten, um mehr über unser vegetarisches Angebot im Restaurant Speckbacher Hof zu erfahren: https://www.speckbacherhof.at/restaurant-innsbruck-land/

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