In Ihrer Schulzeit haben Sie bestimmt von den Taten des revolutionären Franzosen Napoleon Bonaparte gehört. Aber hat Ihnen Ihr Geschichtslehrer auch verraten, dass sich eine Handvoll Tiroler gegen den Kaiser erfolgreich zur Wehr setzte? Und angefangen hat das Ganze hier bei uns: im Speckbacher Hof.

Aber ich will Sie nicht weiter auf die Folter spannen. Lesen Sie hier, wie im Speckbacher Hof Geschichte geschrieben wurde und wie es überhaupt dazu kommen konnte:

Zur Geschichte unseres Hauses: Von der „Klostermensa“ zum Rebellen-Treffpunkt

Ich weiß, ich habe Ihnen versprochen, Sie nicht mehr länger zappeln zu lassen. Aber bevor ich auf Kaiser Napoleon und seinen Feldzug durch Tirol zu sprechen komme, muss ich ein wenig ausholen in der Geschichte. Nur so kann ich Ihnen die wichtige Rolle, welche der Speckbacher Hof in dieser revolutionären Zeit spielte, verdeutlichen:

Wir befinden uns im Jahr 1499, mitten im Krieg zwischen Kaiser Maximilian I. und der Schweizerischen Eidgenossenschaft. In dieser turbulenten Zeit wird ganz in der Nähe von Innsbruck, im heutigen Gnadenwald, das Mesnerhaus (auch „Küster“ genannt) errichtet.

Der einzige Zweck dieses Hauses bestand darin, die Pfarrer und Kirchenfahrer des anliegenden Klosters St. Martin zu verköstigen.

Dieses Mesnerhaus befand sich auf dem Grundstück des heutigen Speckbacher Hofs und ist der Beginn unseres traditionsreichen Hauses.

Aufgrund der berühmten Tiroler Gastfreundlichkeit, gesellten sich schon bald auch von außerhalb Gäste zu den Klosterbrüdern ins Mesnerhaus. Es dauerte nicht lange, bis sich die „Klostermensa“ zu einem öffentlichen Gasthaus entwickelte: dem sogenannten „Koandlwirt„.

Keine Sorge, nun befinden wir uns bereits kurz vor der Auflösung. Alles, was dem Koandlwirt zum „richtigen“ Gasthaus noch fehlte war eine Schanklizenz. Genauer gesagt die Bewilligung zur „Bier- und Brauntweinflätscherei“ (wie es damals genannt wurde).

Diese Lizenz, vergeben am 20. August 1720, lockte natürlich noch mehr Gäste in das Wirtshaus. Unter anderem auch den berühmten Rebellen Josef Speckbacher

Unser Namensgeber: Josef Speckbacher, Kumpan des berühmten Andreas Hofer

Wer sich in Tirol aufhält – und sei es auch nur für wenige Tage – der wird dem Freiheitskämpfer Andreas Hofer nicht entgehen können. Er war die treibende Kraft im Widerstand gegen die Franzosen und scharte eine Menge Gefährten um sich.

Seine berühmtesten Kampfgenossen waren Peter Haspinger, Peter Mayr und – jetzt kommt endlich die Auflösung – auch unser Namensgeber Josef Speckbacher.

Gemeinsam fanden sich die Freunde und Verbündeten in verschiedenen Gasthöfen der Gegend ein, um dort Ihre Pläne gegen Napoleon Bonaparte zu schmieden. Zu diesen Gasthäusern zählte unter anderem der „Sandwirt“ (welcher Andreas Hofer persönlich gehörte) wie auch der oben genannte Koandlwirt, ein Vorläufer des heutigen Speckbacher Hofs.

Da sich Josef Speckbachers Geburtshaus nur rund 500m weit entfernt von dem Koandlwirt befand (genauer gesagt am Hof Nr. 16 „Unterspeck“), pflegten die Freiheitskämpfer stets zu sagen:

„Lasst uns zum Speckbacher gehen!“

Gemeint war aber natürlich der Koandlwirt, welcher als Austragungsort zahlreicher Besprechungen diente.

Als waschechter Tiroler darf ich an dieser Stelle mit Stolz darauf hinweisen, dass die Zusammenkünfte im Koandlwirt & Co. auch Früchte trugen: Dank dem Einsatz von Andreas Hofer und seinen Männern, konnten Napoleons Truppen 1809 auf dem Bergisl zum Rückzug gezwungen werden.

Aber nun wieder zurück zum Speckbacher, beziehungsweise Koandlwirt ;): In Gedenken an den tapferen Freiheitskämpfer aus Gnadenwald, wurde dem Wirtshaus um 1900 der Name „Zum Speckbacher“ verliehen.

Auf diese Weise wurde Josef Speckbacher, welcher tapfer gegen Napoleons Armee kämpfte, zum Namensgeber unseres Hauses.

Falls Sie sich nun fragen, was in der Zeit nach den Freiheitskämpfen mit dem Gasthaus geschah, so finden Sie die Antwort darauf im nächsten Abschnitt.

Was seitdem geschah: Familienwechsel & Einzug in die Moderne

Ich verspreche Ihnen, diesmal werde ich mich wirklich kurz fassen: 1931 wurde der Gasthof „Zum Speckbacher“ von Besitzer Hans Stadl an seine Tochter Hilde übergeben.

Wie es der Zufall wollte, war Hilde mit einem direkten Nachkommen von Josef Speckbachers Kampfgenossen, Peter Mayr, verheiratet. Dank diesem Ehepaar blieb das Haus bis zum Jahre 2003 im Besitz der Familie Mayr.

Als sich der letzte Besitzer aus der Familie der Mayrs (übrigens ebenfalls ein Peter Mayr) in sein Privatleben zurückzog, erwarb die Familie Hofmann aus Thaur den Gasthof. Als Mitglied dieser Familie darf ich Ihnen verraten, dass es eine Ehre war, diesen geschichtsträchtigen Hof übernehmen zu dürfen.

Aus Respekt gegenüber den historischen Begebenheiten in diesem Haus, beließen wir vieles beim Alten. Um jedoch auch die zeitgenössischen Bedürfnissen unserer Gäste erfüllen zu können, erweiterten wir den ursprünglichen Bau um einen modernen Trakt.

So können wir heute im Speckbacher Hof beispielsweise einen kleinen, aber feinen Wellnessbereich sowie 38 geräumige Zimmer und Appartements anbieten.

Überbleibsel aus der Rebellen-Zeit: Speckbacherstube samt Stammtisch

Auch wenn unser Speckbacher Hof heutzutage als modernes Seminarhotel wie auch Familienhotel gilt, bleiben wir unseren Wurzeln treu. So finden Sie in unserem erstklassigen Restaurant immer noch die jahrhundertealte und unveränderte Speckbacherstube.

Hier steckten bereits Andreas Hofer und Josef Speckbacher die Köpfe zusammen, um Ihre Strategie gegen die Franzosen zu planen. Seit dieser Zeit hat sich rein gar nichts in der traditionellen Speckbacherstube verändert. Sogar der Stammtisch der Freiheitskämpfer ist immer noch derselbe und steht noch an seinem gewohnten Platz.

Würde Josef Speckbacher also heute in „seine“ Stube marschieren, würde er sich immer noch wie zu Hause fühlen 😉

Sollten Sie sich also auf die Spuren von Andreas Hofer und seinen Gefährten begeben wollen, führt kein Weg an der berühmten Speckbacherstube vorbei. Statten Sie uns einen Besuch ab, gönnen Sie sich ein frisches Bier und lassen Sie sich in die wohl spannendste Zeit Innsbrucks zurückversetzen.

Sie werden feststellen, dass sich manche Dinge seit dem Ursprung des Speckbacher Hofs im Jahre 1499 nicht verändert haben. Zum Beispiel:

– Unsere Tiroler Gastfreundschaft, die Gäste aus aller Welt anlockt.

– Die gute Verköstigung, welcher weder Klosterbrüder noch Rebellen widerstehen konnten.

– Die typisch Tirolerische Einrichtung, welche zum gemütlichen Beisammensitzen in der Speckbacherstube einlädt.

Wenn Sie also nach diesem spannenden Beitrag einen Ausflug in die Vergangenheit machen wollen, würde ich mich über einen Besuch in unserem einzigartigen Restaurant in Innsbruck Land freuen. Sie können uns dafür jederzeit telefonisch (+43 5223 52511-0), per E-Mail (info@speckbacherhof.at) oder über unser Kontaktformular (Bitte hier klicken!) erreichen.

Für mehr Informationen zu unserem Restaurant in Gnadenwald klicken Sie bitte einfach auf den folgenden Link, oder den braunen Button: https://www.speckbacherhof.at/restaurant-innsbruck-land/

Herzlich,
Andreas Hofmann

Ja, ich will in der berühmten Speckbacherstube speisen

Foto: © steschum – stock.adobe.com

Foto: © wernerimages – stock.adobe.com